Radiologie

Röntgenstrahlen 1900

Text über die Röntgenstrahlen und deren medizinische Anwendung aus:

M. Platen. (1901). Die neue Heilmethode. Supplement (38. Aufl.). Berlin: Bong & Co.

Handröntgen
Fig. 39. Die photographische Aufnahme einer Hand mit Hilfe der Röntgenstrahlen.

In welcher Weise nun die photographische Ausnahme von Gegenständen, menschlichen Körperteilen usw. mittels der Röntgenstrahlen vor sich geht, möge Fig. 39 veranschaulichen.

Auf dem Tische rechts sehen wir den Induktionsapparat (Induktor nach Ruhmkorff), der von der an der Wand beestigten elektrischen Batterie, den Akkumulatoren, gespeist wid. Von den beiden Polen des Induktoriums gehen die Leitungsdrähte zu den Elektroden der kugelförmigen Röntgenlampe auf dem Tische links. Unter der Röntgenlampe (Crookes-Hittorfschen Röhre) liegt eine gewöhnliche Kassette, in der sich eine lichtempfindliche photographische Platte befindet. Die zu photographierende Hand liegt einfach auf der geschlossenen Kassette unter der Lampe. Wird der Apparat nun in Thätigkeit gesetzt, so erstrahlt die Röhre in phosphorescierendem Lichte, die Röntgenstrahlen dringen durch die Weichteile der Hand und das Holz der Kassette, und auf der Platte kommt der Eindruck eines Schattenbildes des Knochengerüstes der Hand zu stande. In gleicher Weise bringt man andere Körperteile, kleinere Tiere und andere Gegenstä¤nde zwischen die Röntgenlampe und die Kassette. — Die Ausnahmen werden bei Tages- oder bei Gaslicht ausgeführt, da ja die gewöhnlichen Lichtstrahlen die schützende Masse der Kassette nicht durchdringen können. — Zu bemerken wäre noch, daß eine von den Röntgenstrahlen getroffene photographische Platte mit einem der gebräuchlichen Entwickeler in der nämlichen Weise entwickelt wird wie eine vom Tageslicht getroffene Platte. Nach der Entwickelung wird jene ebenso fixiert, gewaschen, getrocknet und mit einem guten Platinpapier kopiert.

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M. Platen: Ehemals Leiter der Bilzschen Naturheilanstalt in Dresden - Radebeul (Friedrich Eduard Bilz).